Unterwegs
Schreibe einen Kommentar

Zwischen Schlamm und Stühlen: Nach dem Hochwasser am Rhein

Drei Grad Celsius sind wahrlich nicht viel, um die erste Rennrad-Ausfahrt des Jahres zu starten. Doch wie heißt es so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.

Seit Wochen vermisse ich die Sonne – und das schlägt mir wahrlich aufs Gemüt. So habe ich mich also am Sonntagvormittag aufs Rennrad geschwungen, um von den angekündigten Sonnenstrahlen ein paar zu erwischen.

Statt fürs Siebengebirge, das idyllische Ahrtal oder die Eifel habe ich mich für eine gemütliche Ausfahrt am Rhein entlang entschieden. Mit meinem 26 Zoll Triathlon-Rad von Bernd Herkelmann. Dorthin, wo vor wenigen Tagen noch das Wasser die Uferwege für sich einnahm und sich nun Treibholz, Schlamm und Müll die Fahrbahn teilten. Man sieht noch genau, wie hoch der Rhein bis vor kurzem stand. Konservendosen, Kanister, Plastiktüten, Schuhe und Stühle – es ist schon erstaunlich, was die Leute alles so im Rhein entsorgen und es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis das Zeug wieder eingesammelt ist und alle Wege gesäubert sind.

Ich frage mich: Welche Reise haben diese Utensilien wohl schon hinter sich? Was mag sich noch alles unter der Wasseroberfläche befinden? Man kann es wohl nur erahnen. In der Gegend um Köln soll der Rhein 714.053 Mikropartikel Plastik pro Quadratkilometer enthalten, wie Forscher der Universität Basel 2015 herausgefunden haben. Die Konzentration von Mikroplastik im Rhein liege demnach im oberen Bereich im Vergleich zu den bisher untersuchten Gewässern, heißt es weiter.

Ich bin linksrheinisch von Bonn Richtung Köln gefahren. Irgendwann war dann leider Schluss: Zäher, brauner Rheinschlamm vermasselte mir die Weiterfahrt.

Auch der Versuch, das Fahrrad durch das schwierige Terrain zu tragen, scheiterte. Ich wollte ja nicht schon wieder putzen … 🙂

Egal. Heute kam es mir ja sowieso nur auf die Sonne an und so bin ich einfach den ganzen Weg wieder zurückgefahren … Manchmal braucht es nur 50 Kilometer auf dem Rad, um dem drohenden Januar-Blues ein Schnippchen zu schlagen. Puh …

Schichten, schichten, schichten

Um bei einer Temperatur von knapp über Null Grad nicht auf dem Rennrad zu frieren, habe ich noch die folgenden Tipps:

  • Unterhemd mit Windstopper-Funktion
  • Zusätzlich langes Trikot und Fahrradjacke mit Windstopper
  • lange Unterhose unter der Radhose und zusätzlich Beinwärmer
  • Überschuhe, die den Wind von den Füßen fernhalten (ich habe einfach meine Regenschuhe verwendet)
  • Brille mit Windschutz: Als ausgezeichnet hat sich meine Sportbrille erwiesen, die man um ein Schaumstoffpolster ergänzen kann, sodass die Augen vom Wind verschont bleiben.
Teilen!
Share on FacebookTweet about this on TwitterEmail this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.